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Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen.

Am 6. Oktober 2016 richtete die Initiative "Filmerbe in Gefahr" einen Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, der die Politiker der Großen Koalition auffordert, die im Koalitionsvertrag von November 2013 vereinbarten Maßnahmen zur Digitalisierung des Filmerbes endlich umzusetzen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

Bewahrung des Filmerbes

Forderung der SPIO zur Bundestagswahl 2017

23. März 2017. – In einem zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog wendet sich die deutsche Filmwirtschaft anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl an die Öffentlichkeit. Darin fordert sie auch verstärkte Anstrengungen des Bundes bei der Bewahrung des Filmerbes, insbesondere eine spürbare Erhöhung der Bundesmittel. Wörtlich heißt es:

"Das deutsche Filmerbe ist akut vom Zerfall bedroht und muss dringend restauriert und archiviert werden. Experten beziffern die Gesamtkosten zur Erhaltung der analogen Filmwerke auf mindestens 100 Millionen Euro. Jetzt bedarf es des politischen Willens, diese Aufgabe als kulturpolitische Notwendigkeit anzuerkennen und über das ebenfalls gebotene Engagement der Länder hinaus die jährlichen Fördermittel des Bundes spürbar zu erhöhen."

Zur Bewahrung und Vermittlung des Filmerbes gehört aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur, den die SPIO ebenso fordert wie eine strategische Industrieförderung der Kreativwirtschaft, die vor allem im Dokumentarfilmbereich häufig auf die Bestände der Filmarchive zurückgreift.


Zehn Forderungen der Filmwirtschaft zur Bundestagswahl
[2017/03/23]

Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung

dfi-Symposium vom 26. bis 27. April 2017 im Filmforum NRW, Köln

16. März 2017. – Mit einem Symposium will die dfi - Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW in die aktuelle Diskussion um das deutsche Filmerbe eingreifen und neue bzw. ergänzende Perspektiven vorstellen. Vor dem Hintergrund eines eventuell zustande kommenden Bund-Länder-Programms zur Digitalisierung des Filmerbes sollen zum einen die Perspektive und die Anliegen der Filmemacher und Filmemacherinnen in die Diskussion eingebracht werden, zum anderen aber auch die Regionalität des Filmerbes behandelt werden.

Derzeit wird ein erstes Sample von Dokumentar- und Experimentalfilmen durch einen Online-Fragebogen erhoben, das einen Teil des NRW-Filmerbes ausmachen könnte und das zeigen kann, welcher Digitalisierungs- und Sanierungsbedarf im Einzelnen besteht.

Eine Bestandsaufnahme führt bereits vorhandene Förder- und Kooperationsmöglichkeiten auf, mit deren Hilfe analog gedrehte und vertriebene Werke digitalisiert und damit in der Öffentlichkeit wieder sichtbar gemacht werden können.

Das Symposium wendet sich an die Filmbranche in NRW und in anderen Bundesländern, an die Verbände der Filmschaffenden, an die Kultur- und Medienpolitiker und Kulturförderer auf föderaler Ebene sowie an die Verantwortlichen in einschlägigen Archiven und Stiftungen.

Filmforum NRW, Köln, 26. April (11.00 – 22.00 Uhr) und 27. April (10.00 – 16.00 Uhr). Der Eintritt ist frei.


Zur Website der dfi
[2017/03/18]

Freistaat Sachsen: Sicherung des audiovisuellen Erbes

Modellprojekt zu sorbischen Filmdokumenten

18. März 2017. – Rund 47.600 Stunden auf Film und Video sowie Tondokumente mit einer Gesamtlänge von etwa 48.000 Stunden lagern in den Archiven staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, bei Produktionsfirmen und TV-Sendern im Freistaat Sachsen. Für die Sicherung und Bewahrung dieses audiovisuellen Erbes entwickelt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Filmverband Sachsen derzeit ein Konzept.

In einem ersten Schritt wurden in einem Modellprojekt zehn sorbische Filmdokumente in verschiedenster Technik – schwarz-weiß und farbig, stumm und vertont, von 8mm, 16mm, 35mm und Betacam – rekonstruiert und digitalisiert. Kostenpunkt: rund 20.000 Euro. Beteiligt waren der Filmverband Sachsen, die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut, die DEFA-Stiftung, das Bundesarchiv und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB).

Der Auftrag zur Sicherung der Film- und Tondokumente ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hierfür stehen bis 2018 jährlich 350.000 Euro bereit. Die Erfahrungen aus diesem Testlauf sollen bis Ende des Jahres in ein Konzept zum weiteren Vorgehen münden.

Der Freistaat Sachsen beteiligt sich auch an der gemeinsamen Initiave von Bund, Länderm und Filmwirtschaft zur Sicherung des nationalen Filmerbes, in der es um ein 10-Jahres-Programm mit einem jährlichen Volumen von 10 Millionen Euro geht.


Zur Pressemitteilung
[2017/03/18]

Sicherung des Filmerbes: „Dringliche Herausforderung“

Siebtes kulturpolitisches Spitzengespräch zwischen Bund, Ländern und Kommunen

17. März 2017. – Auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, haben sich die Kulturministerinnen und -minister der Länder sowie Vertreter der Kommunen heute im Bundeskanzleramt zum inzwischen siebten kulturpolitischen Spitzengespräch in Berlin getroffen.

Zur Digitalisierung des Filmerbes führte die Staatsministerin aus: „Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und angesichts des archivarischen Aufwands ist klar, dass wir auch dies nur gemeinsam bewältigen können. Auch hier wünschen wir uns weiterhin die Unterstützung der Länder.“

Bereits seit 2012 fördert der Bund Digitalisierungsprojekte des Kinematheksverbunds. Monika Grütters hat in ihrem Haushalt die Mittel in diesem Jahr von ein auf zwei Millionen Euro erhöht. Die Filmförderungsanstalt (FFA) stellte 2016 und 2017 je zwei Millionen Euro bereit.


Zur Pressemitteilung der BKM
[2017/03/17]

Bundestag lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

218. Sitzung. – Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

16. Februar 2017. – Der Deutsche Bundestag lehnt den Antrag BT-Drucksache 18/8888 der Fraktion Die Linke ab, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, eine nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes zu gewährleisten. Gegen die Vorlage der Linken votierten die Fraktionen der CDU/CSU und SPD bei Stimmenthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Alle Dokumente – mit Ausnahme der geheimen Diskussionen im Ausschuss für Kultur und Medien – sind auf der Website des Deutschen Bundestags abgelegt. Die Reden wurden zu Protokoll gegeben und finden sich im Plenarprotokoll 18/218.


Zu den Dokumenten des Deutschen Bundestags
[2017/02/19]

Das österreichische Film Preservation Center nimmt Gestalt an

Offenes Labor zur analogen Sicherung des Filmerbes, eine Stätte für Forscher und Kreative

14. Februar 2017. – Am Rande der Berlinale informierte der österreichische Kulturminister Thomas Drozda über den Stand des geplanten „Film Preservation Center“ (FPCA). Wie die Zeitschrift profil am 13. Februar in ihrer online-Ausgabe berichtete, soll ab Juli mit dem Neubau in Laxenburg begonnen werden. Bereits Anfang 2018 soll das Zentrum regulär arbeiten.

„Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird. Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, so Drozda im Gespräch mit profil: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“
Vollständiger Beitrag
[2017/02/14]

Neue Filmreihe „DEFA-digital“

Erstes Programm am 6. Februar 2017

2. Februar 2017. – Seit 2012 hat die DEFA-Stiftung über 320 Lang- und Kurzfilme digitalisiert und als DCP an den Verleih übergeben. In einer neuen Filmreihe „DEFA-digital“ stellt sie nun besonders spannende Digitalisierungsprojekte vor. Melanie Hauth, Projektverantwortliche der DEFA-Stiftung, gibt Einblicke in die Restaurierung und erläutert technische Details und Besonderheiten.

Zum Auftakt der Reihe zeigt das Kino Arsenal am 6. Februar 2017 um 19.00 Uhr Das Beil von Wandsbek (DDR 1951) sowie um 21.15 Uhr Seilergasse 8 (DDR 1960) als DCP.


Weitere Infos
[2017/02/02]

Österreichs Filmerbe sichern

Studie über die Sicherung des filmischen Erbes in Österreich

31. Januar 2017. – Die bereits im März 2016 erstellte Studie empfiehlt die analoge Langzeitsicherung des filmischen Erbes sowie den Aufbau eines „Film Preservation Centers Austria“, das die analoge Bearbeitungskette unter einem Dach in Österreich ermöglichen soll. Dabei wird die analoge Filmsicherung auch als Standortvorteil etwa gegenüber Deutschland gesehen, wo das Bundesarchiv auf rein digitale Sicherung umstellt.

In einem ersten Schritt wurde der Maschinenpark des letzten analogen Kopierwerks in Österreich, der vor ein paar Monaten geschlossenen Synchrofilm, erworben.

Wie es auf der Website des Bundeskanzleramts heißt, werden in einem nächsten Schritt gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum „unter Beiziehung internationaler Expertinnen und Experten mögliche Varianten für ein Preservation Center in Österreich“ erarbeitet. Das „Film Preservation Center” soll bereits im Laufe des Jahres 2017 den Kopierbetrieb aufzunehmen.

Neben der Studie in einer Kurz- und Langform kann auf der Website des Bundeskanzleramts auch das vom Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum erarbeitete Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ vom 26. Januar 2016 abgerufen werden. Beide Einrichtungen sehen die Langzeitsicherung nur in digitaler Form „wegen ständiger Formatwechsel und zwangsläufiger Abweichungen vom … [more…]
Zur Webseite des Bundeskanzleramts Österreich, Kunst und Kultur
[2017/01/31]

Schwarzer Peter erneut den Ländern zugeschoben

Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

28. Januar 2017. – Bei der 77. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 25. Januar 2017 wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ BT-Drucksache 18/8888 verhandelt. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Als Vertreter der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) verwies Abteilungsleiter Günter Wienands erneut darauf, dass nun die Länder in der Pflicht stünden. Die Sitzung war nicht öffentlich.

Mitte Februar 2017 wird der Antrag im Plenum des Deutschen Bundestags abschließend behandelt.



[2017/01/28]

Keine Quersubventionierung des Bundesfilmarchivs mit Ländermitteln

Der Bremer Senat und die Mehrheit der Länder wollen sich nur bedingt an den Digitalisierungskosten beteiligen

18. Dezember 2016. – Der Bremer Senat begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, „die Digitalisierung des Filmerbes in Angriff zu nehmen“. Auf eine Anfrage der Abgeordneten Jens Crueger, Elombo Bolayela, Rainer Hamann, Björn Tschöpe und der Fraktion der SPD in der Bremischen Bürgerschaft (Landtag) machte er am 15. Dezember aber auch deutlich, dass er wie die Mehrheit der Länder, „eine Quersubventionierung des Bundesfilmarchivs mit Ländermitteln“ ausschließt. Wie diese sei er der Auffassung, dass „die Mittel für das Bundesarchiv allein vom Bund aufzubringen sind.“

Die Länder sollten allenfalls dann an den Kosten der Digitalisierung beteiligt werden, wenn sie „von den Restaurierungsmaßnahmen unmittelbar betroffen sind. Das wäre z.B. der Fall, wenn in einem Land ein betroffener historischer Filmbestand vorhanden ist, wenn ein Land bereits eigene Fördermittel vergeben hat oder wenn wirtschaftliche Interessen als Standort der beauftragten Kopierwerke eine Rolle spielen.“
Vollständiger Text der Antwort des Bremer Senats
[2016/12/18]

Bundesarchiv: Schließung der analogen Kopierwerke Mitte 2017?

Abhängig von den Fortschritten beim Aufbau einer digitalen Kopierstrecke

14. Dezember 2016. – Das Bundesarchiv hat mehrfach öffentlich betont, dass es seine Filmkopierwerke in Koblenz und Hoppegarten vor allem deshalb schließen will, weil ihm die Mittel fehlen, um Filme sowohl analog als auch digital zu sichern. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs auf Anfrage mitteilt, wird als erstes das Kopierwerk am Standort Koblenz geschlossen, da dort mit dem altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern das notwendige Fachwissen nicht mehr vorhanden sei.

Die schon beschafften chemikalischen Rohstoffe für die analoge Filmkopierung dürften noch bis etwa Mitte 2017 reichen. Über den Erwerb weiteren Materials werde das Bundesarchiv in Abhängigkeit von den Fortschritten beim Aufbau des neuen digitalen Kopierwerks entscheiden. Wie es weiter heißt, denkt das Bundesarchiv über eine Anschlussnutzung der analogen Kopierwerke durch Vermietung an Dritte nach. (JpG)



[2016/12/14]

Filmarchivierung im digitalen Zeitalter

Positionsbestimmungen der Archive

28. November 2016. – Die Ausgabe 2016 der Zeitschrift Forum. Das Fachmagazin des Bundesarchivs widmet sich auf 88 Seiten ausschließlich dem Thema „Filmarchivierung im digitalen Zeitalter“. Die wichtigsten Beiträge:
• Das Bundesarchiv und die Sicherung des nationalen Filmerbes (Michael Hollmann)
• Nationales Filmerbe, nationale Aufgaben: Sammeln, Bewahren, Erschließen, Präsentieren, Vermitteln (Rainer Rother)
• Filmarchivierung Digital – Ziele und praktische Rahmenbedingungen beim Wechsel von analoger zu digitaler Archivierung (Karl Griep)
• Die Rolle des Bundesarchivs als Teil der kulturellen Filmförderung. Versuch einer Standortbestimmung (Babette Heusterberg)
• Der Medienwechsel analog zu digital in der Filmproduktion und seine Auswirkungen auf die Archivierungsstrategie des Bundesarchivs (Egbert Koppe)
• Film digitization – LAC's perspective two years in (Douglas Smalley)
• Die Filmothek des Bundesarchivs: Chancen und Grenzen digitaler Filmbenutzung im Internet – Ein Praxisbericht (Annika Souhr-Könighaus)
• Für eine „Schule des Sehen“: Archivische Aspekte einer modernen Filmwissenschaft (Claudia Dillmann)


Forum. Das Fachmagazin des Bundesarchivs (201) als pdf
[2016/11/28]


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