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Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen.

Am 6. Oktober 2016 richtete die Initiative "Filmerbe in Gefahr" einen Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, der die Politiker der Großen Koalition auffordert, die im Koalitionsvertrag von November 2013 vereinbarten Maßnahmen zur Digitalisierung des Filmerbes endlich umzusetzen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

Das österreichische Film Preservation Center nimmt Gestalt an

Offenes Labor zur analogen Sicherung des Filmerbes, eine Stätte für Forscher und Kreative

14. Februar 2017. – Am Rande der Berlinale informierte der österreichische Kulturminister Thomas Drozda über den Stand des geplanten „Film Preservation Center“ (FPCA). Wie die Zeitschrift profil am 13. Februar in ihrer online-Ausgabe berichtete, soll ab Juli mit dem Neubau in Laxenburg begonnen werden. Bereits Anfang 2018 soll das Zentrum regulär arbeiten.

„Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird. Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, so Drozda im Gespräch mit profil: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“
Vollständiger Beitrag
[2017/02/14]

Neue Filmreihe „DEFA-digital“

Erstes Programm am 6. Februar 2017

2. Februar 2017. – Seit 2012 hat die DEFA-Stiftung über 320 Lang- und Kurzfilme digitalisiert und als DCP an den Verleih übergeben. In einer neuen Filmreihe „DEFA-digital“ stellt sie nun besonders spannende Digitalisierungsprojekte vor. Melanie Hauth, Projektverantwortliche der DEFA-Stiftung, gibt Einblicke in die Restaurierung und erläutert technische Details und Besonderheiten.

Zum Auftakt der Reihe zeigt das Kino Arsenal am 6. Februar 2017 um 19.00 Uhr Das Beil von Wandsbek (DDR 1951) sowie um 21.15 Uhr Seilergasse 8 (DDR 1960) als DCP.


Weitere Infos
[2017/02/02]

Österreichs Filmerbe sichern

Studie über die Sicherung des filmischen Erbes in Österreich

31. Januar 2017. – Die bereits im März 2016 erstellte Studie empfiehlt die analoge Langzeitsicherung des filmischen Erbes sowie den Aufbau eines „Film Preservation Centers Austria“, das die analoge Bearbeitungskette unter einem Dach in Österreich ermöglichen soll. Dabei wird die analoge Filmsicherung auch als Standortvorteil etwa gegenüber Deutschland gesehen, wo das Bundesarchiv auf rein digitale Sicherung umstellt.

In einem ersten Schritt wurde der Maschinenpark des letzten analogen Kopierwerks in Österreich, der vor ein paar Monaten geschlossenen Synchrofilm, erworben.

Wie es auf der Website des Bundeskanzleramts heißt, werden in einem nächsten Schritt gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum „unter Beiziehung internationaler Expertinnen und Experten mögliche Varianten für ein Preservation Center in Österreich“ erarbeitet. Das „Film Preservation Center” soll bereits im Laufe des Jahres 2017 den Kopierbetrieb aufzunehmen.

Neben der Studie in einer Kurz- und Langform kann auf der Website des Bundeskanzleramts auch das vom Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum erarbeitete Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ vom 26. Januar 2016 abgerufen werden. Beide Einrichtungen sehen die Langzeitsicherung nur in digitaler Form „wegen ständiger Formatwechsel und zwangsläufiger Abweichungen vom Original“ als nicht sinnvoll an. Eine Langzeitsicherung sollte daher „in dem zeitstabilen analogen Format 35mm-Film erfolgen. Das gilt auch für digital produzierte Filme, wo neben der Sicherung im Produktionsformat auch ein analoges Sicherungselement, das Format-unabhängig ist, hergestellt werden soll.“ Als Instrument der Filmrestaurierung sowie zu deren Verbreitung über Internet bzw. bei Neuproduktionen sei die Digitalisierung allerdings „unverzichtbar“.


Zur Webseite des Bundeskanzleramts Österreich, Kunst und Kultur
[2017/01/31]

Schwarzer Peter erneut den Ländern zugeschoben

Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

28. Januar 2017. – Bei der 77. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 25. Januar 2017 wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ BT-Drucksache 18/8888 verhandelt. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Als Vertreter der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) verwies Abteilungsleiter Günter Wienands erneut darauf, dass nun die Länder in der Pflicht stünden. Die Sitzung war nicht öffentlich.

Mitte Februar 2017 wird der Antrag im Plenum des Deutschen Bundestags abschließend behandelt.



[2017/01/28]

Keine Quersubventionierung des Bundesfilmarchivs mit Ländermitteln

Der Bremer Senat und die Mehrheit der Länder wollen sich nur bedingt an den Digitalisierungskosten beteiligen

18. Dezember 2016. – Der Bremer Senat begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, „die Digitalisierung des Filmerbes in Angriff zu nehmen“. Auf eine Anfrage der Abgeordneten Jens Crueger, Elombo Bolayela, Rainer Hamann, Björn Tschöpe und der Fraktion der SPD in der Bremischen Bürgerschaft (Landtag) machte er am 15. Dezember aber auch deutlich, dass er wie die Mehrheit der Länder, „eine Quersubventionierung des Bundesfilmarchivs mit Ländermitteln“ ausschließt. Wie diese sei er der Auffassung, dass „die Mittel für das Bundesarchiv allein vom Bund aufzubringen sind.“

Die Länder sollten allenfalls dann an den Kosten der Digitalisierung beteiligt werden, wenn sie „von den Restaurierungsmaßnahmen unmittelbar betroffen sind. Das wäre z.B. der Fall, wenn in einem Land ein betroffener historischer Filmbestand vorhanden ist, wenn ein Land bereits eigene Fördermittel vergeben hat oder wenn wirtschaftliche Interessen als Standort der beauftragten Kopierwerke eine Rolle spielen.“
Vollständiger Text der Antwort des Bremer Senats
[2016/12/18]

Bundesarchiv: Schließung der analogen Kopierwerke Mitte 2017?

Abhängig von den Fortschritten beim Aufbau einer digitalen Kopierstrecke

14. Dezember 2016. – Das Bundesarchiv hat mehrfach öffentlich betont, dass es seine Filmkopierwerke in Koblenz und Hoppegarten vor allem deshalb schließen will, weil ihm die Mittel fehlen, um Filme sowohl analog als auch digital zu sichern. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs auf Anfrage mitteilt, wird als erstes das Kopierwerk am Standort Koblenz geschlossen, da dort mit dem altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern das notwendige Fachwissen nicht mehr vorhanden sei.

Die schon beschafften chemikalischen Rohstoffe für die analoge Filmkopierung dürften noch bis etwa Mitte 2017 reichen. Über den Erwerb weiteren Materials werde das Bundesarchiv in Abhängigkeit von den Fortschritten beim Aufbau des neuen digitalen Kopierwerks entscheiden. Wie es weiter heißt, denkt das Bundesarchiv über eine Anschlussnutzung der analogen Kopierwerke durch Vermietung an Dritte nach. (JpG)



[2016/12/14]

Filmarchivierung im digitalen Zeitalter

Positionsbestimmungen der Archive

28. November 2016. – Die Ausgabe 2016 der Zeitschrift Forum. Das Fachmagazin des Bundesarchivs widmet sich auf 88 Seiten ausschließlich dem Thema „Filmarchivierung im digitalen Zeitalter“. Die wichtigsten Beiträge:
• Das Bundesarchiv und die Sicherung des nationalen Filmerbes (Michael Hollmann)
• Nationales Filmerbe, nationale Aufgaben: Sammeln, Bewahren, Erschließen, Präsentieren, Vermitteln (Rainer Rother)
• Filmarchivierung Digital – Ziele und praktische Rahmenbedingungen beim Wechsel von analoger zu digitaler Archivierung (Karl Griep)
• Die Rolle des Bundesarchivs als Teil der kulturellen Filmförderung. Versuch einer Standortbestimmung (Babette Heusterberg)
• Der Medienwechsel analog zu digital in der Filmproduktion und seine Auswirkungen auf die Archivierungsstrategie des Bundesarchivs (Egbert Koppe)
• Film digitization – LAC's perspective two years in (Douglas Smalley)
• Die Filmothek des Bundesarchivs: Chancen und Grenzen digitaler Filmbenutzung im Internet – Ein Praxisbericht (Annika Souhr-Könighaus)
• Für eine „Schule des Sehen“: Archivische Aspekte einer modernen Filmwissenschaft (Claudia Dillmann)


Forum. Das Fachmagazin des Bundesarchivs (201) als pdf
[2016/11/28]

Digitalisierung des Kurzfilms „Hommage à August Sander“ (1977)

Förderung durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur

27. November 2016. – Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur fördert die Digitalisierung des 16mm-Kurzdokumentarfilms „Hommage à August Sander (1876-1964)“ (BRD 1977) von Pavel Schnabel mit 1.800 Euro. Die Förderung geht an den Regisseur. Sein Film wurde seinerzeit mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Der rheinland-pfälzische Fotograf August Sander ist vor allem für seine neusachliche Porträtkunst („Menschen des 20. Jahrhunderts“) bekannt.

Die Stiftung Rheinland-Pfalz engagiert sich mit Projektförderungen, institutionellen Förderungen und Stipendienvergaben in der Kunst- und Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz.



[2016/11/27]

Nordtiroler Amateurfilme digitalisiert

200.000 Minuten – Lernende Datenbank

27. November 2016. – Um die privaten Filmbestände von Nordtiroler Amateuren für die Nachwelt zu sichern, wurde 2009 das Gesamttiroler Interreg-IV-Projekt „Bewegtes Leben“ ins Leben gerufen. Im Bundesland Tirol reichten rund 6.000 Hobbyfilmer ihre analogen Filme zur kostenlosen Digitalisierung ein und stimmten der Veröffentlichung in einer Online-Datenbank zu. 11.500 Filme von 1928 bis 2009 mit über 200.000 Minuten wurden digitalisiert.

„Mit dem Online-Katalog eröffnen wir neue Forschungsmöglichkeiten zum Amateurfilm in Tirol. Es war uns ein besonderes Anliegen, diesen als lernende Datenbank zu konzipieren“, so Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen.

Die lernende Datenbank „Bewegtes Leben“ ist ein Projekt der Tiroler Landesmuseen, des Tiroler Bildungsforums und AltNeuland Bildschirmwerkstatt.


Hier geht es zur Datenbank
[2016/11/27]

Zwei Tropfen auf den heißen Stein

Mehr Mittel für die Digitalisierung des Filmerbes – Aber Beteiligung der Länder erforderlich – Keine Erhöhung für die Filmerbe-Einrichtungen

18. November 2016. – Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung vom 10. November 2016 Mittel sowohl zur Bewahrung als auch zur Digitalisierung des deutschen Filmerbes bewilligt. Der Etatposten „Digitalisierung des Filmerbes“ (Kap. 0452 Tit. 683 23) wird von einer auf zwei Millionen Euro verdoppelt. Allerdings sei es dafür erforderlich, wie es in der Pressemitteilung heißt, „dass die jeweiligen Länder die geförderten Projekte mitfinanzieren.“ Unklar ist, ob diese Mittel nur dann fließen, wenn sich die Länder auch an dem angestrebten Bund-Länder-Filmwirtschaft-Digitalisierungsfond beteiligen.

Die Mittel für die Bewahrung der deutschen Filmgeschichte, also für die tägliche Arbeit der Filmerbe-Einrichtungen, wurden dagegen nicht erhöht. Zwar wird der Etat der Deutschen Kinemathek (Kap. 0452 Tit. 683 21) im Vergleich zum Ansatz von 7.924.000 € auf 8.324.000 € angehoben; das ist aber genau die Höhe des Vorjahresetats. Für „sonstige Zuwendungen“ an die Kinemathek, die 2016 noch 50.000 € ausmachten, sind für 2017 keine Mittel mehr vorgesehen.

Desgleichen werden auch die Mittel für das Arsenal (unverändert 1.295.000 €) und für das Deutsche Filminstitut-DIF (unverändert 339.000 €) nicht erhöht.

Auch das Bundesarchiv erhält für „Maßnahmen zum Erhalt des Filmerbes“ (Kap. 0453, Tit 532 07) unverändert 236.000 €. Neu ist der … [more…]
Pressemitteilung Nr. 407 vom 11.11.2016 des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung
[2016/11/18]

Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des deutschen Filmerbes: Berlin ist dabei

Rot-Rot-Grün stärkt das Medienboard

17. November 2016. – Berlin wird sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des deutschen Filmerbes beteiligen, heißt es in der heute veröffentlichten Koalitionsvereinbarung zwischen den Landesverbänden der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/Die Grünen für die Legislaturperiode 2016-2021. Der nicht spezifizierte finanzielle Beitrag hierzu will die neue Koalition über das Medienboard Berlin-Brandenburg leisten.

Die Koalition will insgesamt die Digitalisierung fördern: „Berliner Kultureinrichtungen beherbergen ein unschätzbares kulturelles Erbe. Dieser Kulturschatz kann durch Digitalisierung nicht nur geschützt, sondern über das Internet weltweit zugänglich und nachnutzbar gemacht werden. Die Einrichtungen werden verpflichtet, Digitalisate – wo rechtlich möglich – unter Freien Lizenzen als open data zu veröffentlichen. Zur Erprobung innovativer Formate mit digitalen Technologien wird die Koalition einen Innovationsfonds für Projekte der Einrichtungen und der Freien Szene etablieren.“

Die Koalition wird zudem unter Leitung des Senats und zum Austausch mit öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren einen „Runden Tisch Medienbildung“ zum Umgang mit digitalen Medien in der schulischen und außerschulischen Bildung einrichten.

2016 förderte das Medienboard im Bereich Filmerbe bereits die DEFA-Stiftung mit 180.000 € (Dokumentar- und Spielfilme mit … [more…]
Link zur Koalitionsvereinbarung

Auf Anfrage teilt das Medienboard Berlin-Brandenburg mit, dass es kein Förderprogramm "Filmerbe" gibt. Entsprechende Projekte werden unter "Allgemein" und "Sonstige Vorhaben" gefördert. (19.12.2016)
[2016/11/17]

Zur Diskussion um das Positionspapier "Physische Datenträger nach der Digitalisierung: Behalten oder vernichten?" von Memoriav

Memoriav antwortet auf eine Zuschrift von Helmut Herbst

15. November 2016. – Helmut Herbst hatte sich am 30. April 2016 in einer Zuschrift "Behalten oder Vernichten" kritisch mit dem Positionspapier "Physische Datenträger nach der Digitalisierung: Behalten oder vernichten?" von Memoriav auseinandergesetzt, das wir hier kurz vorgestellt hatten.

Memoriav, der Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, definierte darin strenge Kriterien, die bei einer allfälligen Vernichtung von Trägermaterialien – u.a. aus Fernseh- und Radioarchiven – erfüllt sein müssen. Die hier veröffentlichte ausführliche Antwort von Memoriav soll die Diskussion um einige grundsätzliche Überlegungen zum Unterschied zwischen Film- und Rundfunkarchiven und zwischen Priorisierung und Bewertung bereichern.


Ausführliche Antwort von Memoriav auf die Zuschrift von Helmut Herbst zu ihrem Positionspapier
[2016/11/15]


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