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Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ will mit dieser Internetseite die akuten Probleme unserer Filmarchive stärker ins Bewusstsein rufen und über die Fachdebatte informieren, die bisher überwiegend von Experten geführt wird.

Wir wollen vor allem die Verantwortlichen in Bund und Ländern bewegen, die dauerhafte Sicherung unseres filmischen Kulturerbes und seine zügige Digitalisierung stärker zu fördern sowie den Zugang zur Filmgeschichte im Kino und im Internet zu erleichtern.

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ geht auf einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes zurück, der im November 2013 mehr als 5500 Unterzeichner fand. (Jeanpaul Goergen, Klaus Kreimeier)

[2018/01/02]

Auch Berlin beteiligt sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes

Digitalisierungsgelder auch für das Landesarchiv Berlin

2. Januar 2018. – Wie bereits in den letzten beiden Jahren beteiligt sich das Land Berlin auch 2018/19 an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes. Wie die Senatskanzlei auf Anfrage mitteilte, sind im Haushalt der Senatskanzlei für 2018/19 jeweils 200.000 € für die Digitalisierung des Filmerbes eingestellt. Diese Mittel unter Titel 68324 sind dort aber nicht gesondert ausgewiesen, sondern Teil des Zuschusses an die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH.

Zusätzlich fördert das Land Berlin in den kommenden zwei Jahren auch die Digitalisierung des Filmbestandes beim Landesarchiv Berlin mit jeweils 100.000 €.


[2017/12/17]

Neue Hoffnung für das Film-Preservation-Center Austria?

17. Dezember 2017. – In den letzten Monaten war es um das geplante Film-Preservation-Center Austria still geworden. Die neue türkis-blaue Regierung Österreichs bekennt sich nun in ihrem Regierungsprogramm für 2017 bis 2022 „zur Errichtung eines Analogen Film-Preservation-Centers als einem von nur wenigen europäischen Standorten für die Archivierung, Entwicklung und Restaurierung analogen Filmmaterials.“


[2017/11/29]

NRW fördert die Digitalisierung des Filmerbes

Beteiligung mit jährlich 700.000 Euro an der Bund-Länder-Initiative

27. November 2017. – Der Chef der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen und Staatssekretär Nathanael Liminski hat am 23. November die finanzielle Ausstattung des Medienhaushaltes von NRW vorgestellt. Für die Medien- und Netzpolitik steht 2018 ein Haushaltsansatz von knapp 24 Millionen Euro zur Verfügung.

Ziel der Landesregierung ist die Stärkung Nordrhein-Westfalens als Medienland und die Weiterentwicklung zum Medien-Digital-Land. Dazu gehört auch die Digitalisierung des Filmerbes. Bekanntlich wurde zwischen der Bundesregierung, der Filmwirtschaft und den Ländern ein Konzepte für eine Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes entwickelt. Hierfür ist eine gemeinsame jährliche Förderung in Höhe von zehn Millionen Euro vorgesehen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird sich Nordrhein-Westfalen unter Anwendung des Königsteiner Schlüssels – unter dem Vorbehalt der Bund-Länder-Vereinbarung, die derzeit aber noch in Bearbeitung ist – jährlich mit rund 700.000 Euro an dieser Gemeinschaftsaufgabe beteiligen.
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[2017/11/28]

Scanstrecken im Bundesarchiv-Filmarchiv frühestens Mitte 2018

Digitale Umstellung am Standort Hoppegarten nicht vor 2019

28. November 2017. – Die Scanstrecken für die digitale Filmbearbeitung des Bundesarchiv-Filmarchivs befinden sich derzeit in der Beschaffung. Dies teilte die Pressestelle des Bundesarchivs auf Anfrage mit. Nach vorsichtiger Schätzung könnte die erste Anlage Mitte 2018 am Standort Koblenz in Betrieb gehen. Die Scanstrecke am Standort Hoppegarten dürfte dagegen nicht vor 2019 einsatzfähig sein.

Das analoge Filmkopierwerk des Bundesarchivs in Koblenz ist seit Februar 2017 geschlossen. Derzeit prüft die Verwertungsgesellschaft des Bundes den Verkauf der analogen Kopiertechnik.

Mit Inbetriebnahme der beiden Scanstrecken wird die Filmsicherung beim Bundesarchiv vollständig digital erfolgen.


[2017/11/20]

Polish Film Institute: EU funding for digitization of films

Polish cinematography is expected to be be almost completely digitized in 2020

20. November 2017. – The Polish Film Institute (PISF) has been able to obtain funding from the EU for the digitization and reconstruction of Polish cinematography resources.

The subsidy provided by the European Regional Development Fund amounts to 18,3 million Euro. Over the next three years, the Polish cinematography is expected to be be almost completely digitized in 2020.

Owing to the funds from the Digital Poland Programme, PISF and the film studios will digitize, secure and make 160 fiction films as well as several thousand chronicles and documentaries available to viewers. Over the next three years, the Polish cinematography is expected to be almost completely digitized.

The project "Digital reconstruction and digitalization of Polish fiction films, documentaries and animated films in order to provide access to all channels of distribution (cinema, television, Internet, mobile devices) and preservation of Polish film heritage for future generations" within the Digital Poland Programme 2014-2020 will be executed by the Polish Film Institute and the members of the consortium TOR Film Studio, KADR Film Studio, ZEBRA Film Studio, The Warsaw Documentary Film Studio, Studio Filmów Rysunkowych, KRONIKA Film Studio and Studio Miniatur Filmowych.


Quelle

[2017/11/04]

Grütters: Filmerbe fördert die „Fähigkeit einer Gesellschaft zur Reflexion und Verständigung“

Stärkung der gesellschaftlichen Immunabwehr gegen populistische Vereinfacher

4. November 2017. – Anlässlich der Vergabe der Deutschen Kinoprogrammpreise in Potsdam erhielt auch das Filmhaus Huber in Türkheim und Bad Wörishofen eine Auszeichnung für ein besonders gutes Filmprogramm. Wie die Augsburger Allgemeine vom 26. Oktober 2017 berichtet, würdigte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Dr. Monika Grütters die beiden Kinos als „Kulturstätten, die Menschen aus ihren digitalen Echokammern und Filterblasen holt und zum Perspektivenwechsel anregt“.

Vor allem durch filmbegleitende Veranstaltungen, Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit und dem Einsatz für das Filmerbe stärkten laut Grütters die Kinos die „Fähigkeit einer Gesellschaft zur Reflexion und Verständigung - und damit gewissermaßen auch die gesellschaftliche Immunabwehr gegen populistische Vereinfacher.“


Zum Artikel der "Augsburger Allgemeinen"

[2017/10/25]

Spendenaufruf für die Digitalisierung

Stadtarchiv Mannheim digitalisiert seinen analogen Filmbestand – Es fehlt an Geld

25. Oktober 2017. – Das Stadtarchiv Mannheim – Institut für Stadtgeschichte lässt den kompletten analogen Filmbestand seiner AV-Sammlung digitalisieren. Es handelt sich um 450 Verzeichniseinheiten, darunter rund 270 s/w- und Farbfilme in unterschiedlichen Formaten und unterschiedlichen Trägermaterialien (16mm, 35mm, Super 8, Normal 8, Video usw.). Die digitalisierten Filme sollen in die multimediale Ausstellung des MARCHIVUM, dem neuen Domizil des Stadtarchivs Mannheim, eingebunden werden.

Die Digitalisierung erfolgt im Auftrag des Fördervereins Freunde des Stadtarchivs Mannheim e.V., der einen Spendenaufruf gestartet hat, um die professionelle Digitalisierung des Filmbestand des Stadtarchivs zu finanzieren.


Weitere Informationen auch zum Spendenaufruf

[2017/10/18]

Selbstdigitalisierer: Alain Tanner

Die Association Alain Tanner digitalisiert die Filme des Schweizer Regisseurs

18. Oktober 2017. – Um die Filme des bekannten Schweizer Regisseurs Alain Tanner zu digitalisieren, ist in Genf eine „Association Alain Tanner“ gegründet worden. Dies berichtet die Aargauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober.

Mit Unterstützung von Stiftungen und anderen Geldgebern sollen bis 2020 alle 20 Spielfilme von Alain Tanner digitalisiert werden. Bisher wurde lediglich LA SALAMANDRE von 1971 digitalisiert.


Zum Artikel der Aargauer Zeitung vom 9.10.2017

[2017/10/14]

Filmschätze aus der Ethnologie werden digitalisiert

Technische Informationsbibliothek (TIB) macht Filme für die Wissenschaft zugänglich

13. Oktober 2017. – Die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover digitalisiert fast 2.000 historisch wertvolle Filme aus dem Bereich Ethnologie und stellt sie in ihrem AV-Portal online. Es handelt sich um 1.953 ethnologische Filme, die die TIB im Projekt DELFT (Digitalisierung EthnoLogischer FilmbesTand) digitalisieren, erschließen und – soweit rechtlich möglich – online in ihrem AV-Portal veröffentlichen will.

Die Filme gehören zum Bestand der IWF Wissen und Medien (vormals Institut für den Wissenschaftlichen Film), der 2012 auf die TIB übergegangen ist. Die ethnologischen Filme zeigen kulturelles Brauchtum wie Musik und Tanz, Religion und Heilkunde und vieles mehr. Einige der Filme sind mehr als 100 Jahre alt, die jüngsten stammen aus den 1980er Jahren. Die Mehrzahl der Filme ist Teil der „Encyclopaedia Cinematographica“.

Zusätzlich zur Digitalisierung der Filme erfolgt die Langzeitarchivierung, um die Materialen dauerhaft zu erhalten und zu sichern. Darüber hinaus werden die Filme für den nachhaltigen und eindeutigen Zugriff mit einem DOI-Namen (Digital Object Identifier) versehen sowie die Metadaten wie Filmtitel und Schlagwörter erschlossen und aufbereitet.

Die Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek versorgt als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für … [more…]
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[2017/10/07]

„Die Institutionen aus ihrer Selbstgefälligkeit aufscheuchen“

Michael Loebenstein über das österreichische Filmerbe

7. Oktober 2017. – In einem Interview mit dem in Wien erscheinenden Standard vom 28. September 2017 spricht Michael Loebenstein, der neue Direktor des Österreichischen Filmmuseums, auch das Problem des Filmerbes an und plädiert für eine „hybride Lösung“ für eine absehbare Zeit: „Solange es geht, muss man analog, auf Film, sichern. Film ist das sicherste Format. Aber es ist illusorisch zu glauben, dass man die ganze Filmgeschichte über einen Kamm scheren kann. Es gibt Formate, bei denen die analoge Sicherung nicht medienadäquat wäre. Man muss auch digital sichern, und es braucht eine klare politische Strategie für beides, sonst besteht die Gefahr, dass man im Digitalen wiederum über Jahre ins Hintertreffen gerät. Es geht darum, die Institutionen aus ihrer Selbstgefälligkeit aufzuscheuchen.“

Loebenstein geht von einem finanziellen Bedraf von „etlichen Millionen in einem relativ kurzen Zeitraum“ aus, wobei noch die Folgekosten für die Aufrechterhaltung der digitalen Daten hinzukommen.

In Österreich gibt es kein analoges Kopierwerk mehr und das von Kulturminister Drozda (SPÖ) angekündigte „Filmpreservation Center“ scheint derzeit auf Eis zu liegen: „Gleichzeitig gibt es für die digitale Restaurierung keinen Plan und keine Infrastruktur. Es gibt dazu auch im Filmmuseum und im Filmarchiv Austria keine transparente und schlüssige Politik. In anderen Ländern … [more…]
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[2017/10/07]

Mehr als 50.000 Filme werden digitalisiert – beim Bayerischen Rundfunk

Großprojekt zur Filmsicherung

7. Oktober 2017. – Der Bayerische Rundfunk (BR) startet zum Jahreswechsel ein Großprojekt zur Sicherung und Optimierung seines umfangreichen Filmbestandes. Mehr als 50.000 Filme werden in den nächsten zehn Jahren systematisch restauriert, digitalisiert und neu dokumentiert. Im Filmarchiv des BR finden sich Beiträge aller Genres und zu fast allen Themengebieten.

Das Großprojekt "Bestandssicherung Film" startet im Januar 2018 und ist die bisher aufwändigste Digitalisierungsaktion in der Geschichte des BR. Dabei geht es nicht nur um die zukunftssichere Archivierung des Filmmaterials, die verhindert, dass Filme durch das Essigsäuresyndrom zersetzt werden. Am Ende können alle relevanten Filme des BR – nachdem sie gesichtet, restauriert, digitalisiert und neu dokumentiert sind – leichter recherchiert und per Filetransfer schnell am Redaktionsarbeitsplatz gesichtet werden. Das dauerhaft gesicherte Filmvermögen des BR steht dann grundsätzlich auch für neue Nutzungsarten zur Verfügung.

Die Digitalisierung wird im Wetgate-Verfahren großteils mit 2k/12 Bit und teilweise mit 4k/16 Bit erfolgen. Das entspricht dem mit heutiger Technik aus wirtschaftlich-technischer Sicht realisierbaren Optimum. Digitalisiert werden nicht nur Eigenproduktionen des BR, sondern auch Filme, an denen der BR Publikationsrechte erworben hat.

Die Nutzung auf non-linearen Plattformen wie z.B. … [more…]
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Am 11. Oktober 2017 mit Informationen des Bayerischen Rundfunks ergänzt.

[2017/09/20]

Claudia Dillmann: „Akuter Handlungsbedarf“

Stärkeres finanzielles und politisches Engagement für die Filmkultur erforderlich

20. September 2017. – In einem Gespräch mit op-online stellt Claudia Dillmann, die vor kurzem in den Ruhestand gegangene Direktorin des Deutschen Filminstituts-DIF in Frankfurt am Main, einen „akuten Handlungsbedarf“ bei der Filmkultur fest. Dies betreffe vor allem die „Vermittlung von Wissen über Film, Unterstützung von Filmtheatern und ihrer kulturellen Funktion im ländlichen Raum, Ausbau von deutschlandweiten Projekten zur filmkulturellen Bildung, Stärkung von zentralen Informationsangeboten wie filmportal.de und vieles mehr.“

Von der nächsten Bundesregierung erwartet Dillmann, dass „sie erstens die Digitalisierungsförderung stemmt, zweitens das kulturelle Filmerbe und die dafür verantwortlichen Einrichtungen deutlich höher als bislang fördert und drittens zentrale Projekte für die filmkulturelle Bildung anstößt und entschiedener finanziell unterstützt. Und da reden wir beileibe nicht von 125 Millionen Euro!“ Im kommenden Jahr stehen über den Deutschen Filmförderfond 125 Millionen Euro für die wirtschaftliche Filmförderung zur Verfügung.


Link zum vollständigen Gespräch


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