Actualités

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ will mit dieser Internetseite die akuten Probleme unserer Filmarchive stärker ins Bewusstsein rufen und über die Fachdebatte informieren, die bisher überwiegend von Experten geführt wird.

Wir wollen vor allem die Verantwortlichen in Bund und Ländern bewegen, die dauerhafte Sicherung unseres filmischen Kulturerbes und seine zügige Digitalisierung stärker zu fördern sowie den Zugang zur Filmgeschichte im Kino und im Internet zu erleichtern.

Die Initiative „Filmerbe in Gefahr“ geht auf einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes zurück, der im November 2013 mehr als 5500 Unterzeichner fand. (Jeanpaul Goergen, Klaus Kreimeier)

[2018/09/16]

Münchner Filmmuseum: Eigener Filmscanner

Bearbeitung von Filmen, die durch das Raster der Digitalisierungsförderung fallen

16. September 2018. – Seit Juni 2018 besitzt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum einen eigenen Filmscanner, drei Workstations, ein mit dem Vorführraum verbundenes Netzwerk sowie ein digitales Speichersystem. Das Münchner Filmmuseum will „künftig gerade die Filme, die durch das Raster der Digitalisierungsfördermaßnahmen fallen“, selber bearbeiten. Komplexere Projekte sollen aber weiterhin in Zusammenarbeit mit spezialisierten Betrieben realisiert werden. Auch der Verleih der vom Filmmuseum rekonstruierten Filme soll effizienter gestaltet werden.

(Q.: Filmmuseum München, Programmbroschüre 2018-2019, Heft 35)


[2018/09/08]

Berliner Senat stimmt Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zu

8. September 2018. – Der Berliner Senat hat in seiner Sitzung vom 4. September dem Entwurf einer Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zwischen den Ländern und der Filmförderungsanstalt des Bundes zugestimmt. Gleichzeitig wurde der Regierende Bürgermeister zur Unterzeichnung ermächtigt. Das Förderprogramm soll am 1. Januar 2019 starten und ist auf zehn Jahre ausgelegt.

Wie am 15. Juni berichtet, soll die Vereinbarung möglichst bis zum 30. September 2018 unterzeichnet werden.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller: „Die Rettung und das Zugänglichmachen von analogen Filmen sehe ich als wichtige Aufgabe an, da Filme ein unersetzliches Gedächtnis aller Facetten der deutschen Geschichte und Kultur darstellen.“

Grundlage des Digitalisierungsprogramms ist die im Juli 2015 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellte „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“.


Zur Pressemitteilung

[2018/09/03]

Kopierwerk des Bundesarchivs in Hoppegarten schließt Ende 2018

Erste Teile des Kopierwerks Koblenz veräußert

3. September 2018. – Der Betrieb des Filmkopierwerks des Bundesarchivs in Hoppegarten wird voraussichtlich Ende 2018 eingestellt. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs auf Anfrage mitteilte, seien die aktuellen Rahmenvereinbarungen über die Beschaffung von Rohfilm und Chemie ausgeschöpft; eine Verlängerung sei nicht vorgesehen.

Erste Ausstattungsgegenstände des bereits im Februar 2017 geschlossenen Kopierwerks am Standort Koblenz wurden bereits veräußert. Dazu zählen die Filmentwicklung samt Entsilberungsanlage, ein Filmprojektor und einzelne Nitrofilmschränke. Der Verkauf fand über die von vielen Bundesbehörden genutzte Plattform https://www.zoll-auktion.de/ statt. Auch die Ausstattungsobjekte des Kopierwerks Hoppegarten sollen auf diesem Wege veräußert werden.

Wie das Bundesarchiv ferner mitteilte, ist die Ausschreibung für einen hochauflösenden Filmscanner für den Standort Koblenz beendet und der Zuschlag erteilt. Mit der Installation inklusive der notwendigen digitalen Peripherie sei nach Abschluss von baulichen Maßnahmen für Anfang 2019 zu rechnen.


[2018/09/01]

Richtlinien für die digitale Filmsammlung

Positionspapier des Österreichischen Filmmuseums

1. September 2018. – Das Österreichische Filmmuseum hat Richtlinien veröffentlicht, in denen es detailliert seine hybride Strategie zur Sicherung und Erschließung des Filmerbes darlegt. Einerseits gehe es um die Bewahrung und Sicherung des Filmmaterials als Original, Museumsobjekt und „dichten“ und beständigen Informationsträger, anderseits aber auch um die Digitalisierung, um sonst unzugängliche Filmdokumente einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommt eine Strategie zur langfristigen Sicherung digital produzierter Filmwerke (born-digital-Filme).

Digitalisierung wird als Konservierung angesehen: „Es ist anzunehmen, dass für die Mehrzahl der in unseren Sammlungen aufbewahrten Filme die Digitalisierung via Filmscanner, und die digitale Überlieferung als Datei (file-based) in möglichst hochwertiger Qualität und auf Basis existierender und noch zu entwickelnder offener Formate eine praktikable Form der Duplizierung (active preservation) darstellt. In Verbindung mit möglichst hochwertiger Konservierung lässt sich beim derzeitigen Stand und Verfügbarkeit der Technik die fortwährende Überlieferung dadurch am Ehesten gewährleisten.“ Für ausschließlich auf Magnetband (analoge und digitale Video- und Audiodatenträger) oder optischen Trägern wie MiniDisc oder DVD/Blu-ray überlieferte Filmwerke sei die Digitalisierung und die digitale Überlieferung gar „der einzig gangbare Weg“.

Das Positionspapier beschreibt auch die Gefahren durch die drohende Obsoleszenz. Derzeit betrage die Lebensdauer digitaler Filmdateien nicht mehr als drei Jahrzehnte. Daher sei es notwendig, sich an best practice Modellen der Archivwelt zu orientieren, die vermutlich in den nächsten 20 Jahren Bestand haben werden.

In Bezug auf die analogen Filme lehnt das Österreichische Filmmuseum auf Grund seiner Sammlungsstruktur – vorrangig eine Schau- und Lehrsammlung – eine Massendigitalisierung ab und verfolgt stattdessen eine Politik der on demand-Digitalisierung. Das Papier führt entsprechende Kriterien und Richtlinien an und legt auch dar, wie Metadaten zu erfassen und verwalten seien.

Das Österreichische Filmmuseum bekennt sich zum Prinzip eines möglichst offenen Zugangs zu den Sammlungen. „Digitale Filmdaten werden seit 2018 – bis auf Ausnahmefälle in HD-Auflösung und mit Wasserzeichen versehen – kostenlos für nicht-kommerzielle Zwecke publiziert (fair dealing-Prinzip). Das Filmmuseum trägt damit dem Bedarf Rechnung, autorisierte und wissenschaftlich editierte Archivfilme zu Forschungs- und Lehrzwecken bereitzustellen. Forschungsdaten und Forschungsergebnisse des Filmmuseums werden, je nach Projektzusammenhang, über freie Lizenzen oder Open Access der Öffentlichkeit zur freien Nach- und Weiternutzung, Vervielfältigung, Verbreitung und Bearbeitung zugänglich gemacht.“

In dem auf den 12. August 2018 datierten Positionspapier des Österreichischen Filmmuseums heißt es ferner, dass „bis 2022 die digital erfassten Sammlungsbestände des Filmmuseums auffindbar und online durchsuchbar“ sein sollen.


Richtlinien für die digitale Filmsammlung im Österreichischen Filmmuseum

[2018/08/27]

Überzeugungsarbeit gefragt

Rainer Rother plädiert für die Beibehaltung analoger Kopierwerke

27. August 2018. – In einem Gespräch mit Mascha Drost vom Deutschlandfunk am 25. August plädierte Rainer Rother sowohl für die Beibehaltung analoger Vorführmöglichkeiten und als auch der analogen Kopiertechnik. Der Kinematheksverbund aus Bundesarchiv, Deutsche Kinemathek und Deutsches Filminstitut halte die Vorführpraxis mit analogem Film für eine kulturelle Erfahrung, die durch keine andere zu ersetzen sei. „Insofern plädieren wir sehr dafür, dass es Strukturen gibt, in denen auch analoge Filme wieder neu hergestellt werden, sprich vom Originalnegativ gezogen werden, umkopiert werden. Das bedarf einer anderen Anstrengung, die ist in der Digitalisierungsoffensive nicht vorgesehen. Da ist sicher auch noch Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Von den drei Mitgliedern des Kinematheksverbundes unterhält nur das Bundesarchiv ein Kopierwerk. Die Anlagen am Standort Koblenz sind bereits seit Februar 2017 geschlossen; das analoge Kopierwerk am Standort Hoppegarten soll ebenfalls geschlossen werden.


Zum Text des Interviews

[2018/08/16]

Tagung "Digitales Kulturerbe: Zugang, Vernetzung und Darstellung"

Universität Zürich, 27. bis 28. September 2018

16. August 2018. – Nach jahrelangen Diskussionen um Normen der Digitalisierung und um Standards der daraus entstehenden Texte, Bilder und Daten stehen die Vernetzung der Daten und der Einbezug der Öffentlichkeit im Zentrum der Debatten. Zu diesen Themen leistet die Tagung „Digitales Kulturerbe. Zugang, Vernetzung und Darstellungen“ am Historischen Seminar der Universität Zürch einen Beitrag. In acht Panels, einem Round-Table und zwei Keynotes wird während zweier Tage ein breites Spektrum angesprochen. Zwei Vorträge beschäftigen sich ausdrücklich mit dem Filmerbe: Franziska Heller und Bregt Lameris (Universität Zürich) referieren über „Film – Kulturerbe – Digitalisierung. Debatten, Probleme und Praxen“, während Felix Rauh und Cécile Vilas (Memoriav) die „Vernetzung des audiovisuellen Kulturerbes“ thematisieren.


Programm und Anmeldung

[2018/08/02]

Online: Website zum Symposium „Filmerbe bewahren" von 2017

Die unsichtbare Geschichte der Sorben/Wenden

1. August 2018. – Im Rahmen des 27. FilmFestival Cottbus im November 2017 fand auch das prominent besetzte Symposium „Filmerbe bewahren. Die unsichtbare Geschichte der Sorben/Wenden“ statt. Nun dokumentiert eine Website sämtliche Referate, die Podiumsdiskussionen sowie die Abschlussrunde des Symposiums in Form von Audiodateien. Zusätzlich zu den Referaten sind die Vortragstexte bzw. die Folien verfügbar.

Abgesehen von einzelnen Arbeiten und Veranstaltungen gab es bisher weder von deutscher noch von sorbischer Seite eine umfassende Aufarbeitung dieses Filmerbes. Das Symposium diskutierte Fragen wie: Was ist sorbisches Filmerbe, und wie sollte man es definieren? Welche Bedeutung sind dem regionalen und Amateurfilmschaffen in diesem Zusammenhang beizumessen? Was hat die Bewahrung des Erbes einer Minderheit mit der Mehrheitsgesellschaft zu tun? Wer steht hier in der Verantwortung? Welche Herausforderungen und Chancen bietet die Sicherung des sorbischen Filmerbes?


http://www.symposium-filmerbe.de/

[2018/07/18]

Memorandum: Digitalisierung von Kulturgut

Stakeholdergremium „Wissenschaftliche Sammlungen“ beklagt schleppende Digitalisierung von Kulturgut

18. Juli 2018. – Am 17. Mai 2018 veröffentlichte das Stakeholdergremium „Wissenschaftliche Sammlungen“ ein Memorandum, das die schleppende Digitalisierung von Kulturgut beklagt. Bisher liege „nur ein Bruchteil des in Deutschland verwahrten Kulturgutes in digitaler Form vor, so dass ein offener, medienadäquater und nachnutzbarer Zugang für große Teile nicht gegeben ist.“ Nur mit einer systematischen und umfassenden Umwandlung des kulturellen Erbes sei gewährleistet, „dass der Forschungsstandort Deutschland gesichert bleibt und eine in Zukunft verstärkt digital arbeitende geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung die Datengrundlage erhält, die für ihre Fragestellungen und Analysen unverzichtbar ist.“

"Die Digitalisierung als ein Prozess der Transformation und damit Sicherung des Kulturgutes", so das Memorandum weiter, sei daher "auf absehbare Zeit eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe all jener Einrichtungen, die kulturelles Erbe bewahren und bearbeiten."

Das Memorandum fordert die Intensivierung, den Ausbau und die bessere Vernetzung der bestehenden Digitalisierungsprogramme, um die Kulturgutbestände „in maschinenlesbarer und dauerhaft referenzierbarer Form unter offenen Lizenzen der Wissenschaft und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen“ und bittet die Wissenschaftspolitik um Unterstützung in diesem Prozess.

Das … [lire…]
Zum Wortlaut des Memorandums mit den detaillierten Forderungen

[2018/07/05]

Thüringer Medientreff im Zeichen des Filmerbes

5. Juli 2018. - Der 3. Thüringer Medientreff - in Kooperation mit der DEFA-Stiftung und dem Kino Metropol Gera - wird am 9. August unter dem Thema „Die DEFA und das Thüringer Filmerbe“ stehen. Nach einer Vorführung des Verbotsfilms „Denk bloß nicht, ich heule“ (DEFA 1965) ist eine Diskussion über das Filmerbe in Thüringen und die 2019 anlaufende Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes geplant.


Zum Artikel in der Ostthüringer Zeitung, 4. Juli 2018

[2018/07/04]

Digitalisierung des deutschen Filmerbes: Bis zu 3,3 Millionen Euro im Bundeskulturhaushalt

4. Juli 2018. – Nach der entscheidenden Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages steigt der Gesamthaushalt 2018 für Kultur und Medien auf rund 1,78 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von knapp neun Prozent gegenüber dem Haushalt 2017.

Für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes stehen nun bis zu 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Erstmals kann die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auch eigene Mittel in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro für Digitalisierungen im Bereich Kultur und Medien einsetzen. Wie das BKM auf Anfrage mitteilt, beziehen sich diese Mittel auf alle Sparten der Kultur. Genauere Aussagen seien aktuell nicht möglich, da dieser Posten sich erst in der Anfangsphase der Planung befände. Es ist somit nicht klar, ob mit diesen Geldern auch die Digitalisierung von Bewegtbildern gefördert werden kann.

Das Haushaltsgesetz tritt nach Beschluss durch das Bundestagsplenum, die Beteiligung des Bundesrats und die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.


Zur Pressemitteilung der BKM

[2018/06/15]

Digitalisierung des Filmerbes: Verwaltungsvereinbarung beschlossen

Unterzeichnung bis Ende September 2018 geplant

15. Juni 2018. – Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben in ihrer Sitzung am 14. Juni 2018 den Entwurf einer Verwaltungsvereinbarung zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes zwischen den Ländern und der Filmförderungsanstalt des Bundes beschlossen. Die Vereinbarung soll möglichst bis zum 30. September 2018 unterzeichnet werden.

Das Programm umfasst ein jährliches Volumen von 10 Millionen Euro, das von Bund, Ländern und Filmwirtschaft zu gleichen Teilen aufgebracht wird. Es startet 2019 und ist auf 10 Jahre angelegt. Die Digitalisierung des Filmerbes erfolgt nach Auswertungsinteresse, kuratorischer Nachfrage sowie konservatorischer Notwendigkeit.

Grundlage des nun beschlossenen Digitalisierungsprogramms ist die im Juli 2015 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers erstellte „Kostenabschätzung zur digitalen Sicherung des Filmischen Erbes“.


Zur Mitteilung des Presse- und Informationsamt des Landes Berlin

[2018/05/30]

Wie steht es um das Filmerbe bei der Deutschen Digitalen Bibliothek?

Nur ein Teil der online verfügbaren Titel sind verlinkt

30. Mai 2018. – Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) als das zentrale nationale Portal für Kultur und Wissenschaft verlinkt mit Stand Ende Mai 2018 auf 3.942 „Videos“. Diese Zahl stagniert aber seit mindestens zwei Jahren, waren doch im Juni 2016 bereits 3.914 Videos verfügbar. Die aktuell angebotenen Videos machen nur 0,016 % aller Objekte in der DBB aus.

Setzt man den Beginn der Digitalisierung mit 2005 an und filtert Ausschnitte, Interviews, Teaser und Trailer sowie Veranstaltungsmitschnitte heraus, so verbleiben noch 559 Titel aus dem Bereich des Filmerbes!

Die Verteilung der Videos auf die markanten Zeitabschnitte der deutschen Geschichte ist denkbar ungleich. Aus dem Zeitraum 1895-1918 sind 223 Filme nachgewiesen, die vor allem auf das Digitalisierungsprojekt EFG1914 zum Ersten Weltkrieg zurückgehen. 33 Titel stammen aus der Weimarer Republik. Bei den 20 Filmen aus der Zeit des Nationalsozialismus handelt es sich überwiegend um Werbefilme. Aus der Nachkriegszeit bis 2004 verlinkt die DDB auf 273 Filme; allein 246 Titel stammen aus der Technischen Informationsbibliothek in Hannover, die technische Lehrfilme aus dem Bestand des ehemaligen IWF digitalisiert hat. Aus der DDR ist kein einziger Film nachweisbar.

Wichtigster Datengeber der Videos auf der DDB ist die Technische Informationsbibliothek mit 246 Filmen, gefolgt vom Bundesarchiv mit 183 … [lire…]

[2018/04/23]

Digitalisierungsinitiative: Start Anfang 2019?

Beteiligung der Länder noch nicht in trockenen Tüchern

23. April 2018. – Wie die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) auf Anfrage mitteilte, befindet sich die formale und inhaltliche Ausgestaltung des Fördermodells für die Digitalisierung des nationalen Kinofilmerbes derzeit in Arbeit. Federführend ist die Senatskanzlei Berlin, die in Abstimmung mit den Ländern und der Filmförderungsanstalt (FFA) die Grundsätze ausarbeitet.

Auf der Ministerpräsidentenkonferenz vom 1. Juni 2017 hatten die Länder beschlossen, dass sie eine Beteiligung an der Bund-Länder-Digitalisierungsstrategie „in Aussicht nehmen“. Vor einer abschließenden Entscheidung über ihre Teilnahme an dem Förderprogramm soll erneut die Ministerpräsidentenkonferenz befasst werden. Beim BKM geht man aber davon aus, dass das Förderprogramm Anfang 2019 starten kann.


[2018/03/28]

Kosten von über 40.000 Euro

Restauriert: Der Stummfilm „Luther. Ein Film der deutschen Reformation“ von 1927

28. März 2018. – Im letzten Jahr restaurierte das Bundesarchiv den 1927 entstandenen Stummfilm „Luther. Ein Film der deutschen Reformation“ von Hans Kyser. Einem Beitrag in der Zeitschrift Berliner Archivrundschau (2017, S. 28-29) ist zu entnehmen, dass die Kosten für das Scannen und die digitale Restaurierung des 3.183 Meter langen 35mm-Duplikatnegativs bei etwas über 40.000 Euro lagen. „Dazu kommen die Kosten für die Recherchen, die „intellektuellen“ Ordnungsarbeiten usw. Und natürlich müssten auch die Kosten für die Betreuung und Überlieferung in den letzten 90 Jahren eingerechnet werden.“


[2018/03/22]

Zügig? Zügig!

Kulturstaatsministerium drückt aufs Tempo – Förderung der Digitalisierung im Kunst- und Kulturbereich

22. März 2018. – Anlässlich der Feiern zum 50. Jubiläum der Filmförderungsanstalt (FAA) am 6. März 2018 würdigte Kulturstaatsministerin Grütters in Berlin die Einrichtung als „unverzichtbaren Partner für die Filmpolitik“. Ferner versprach die Staatsministerin, mit Unterstützung der FFA und den Ländern das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes „zügig“ umzusetzen.

In der neuen Bundesregierung übernimmt Monika Grütters in zweiter Amtszeit die Verantwortung in der Bundesregierung für Kultur und Medien. Nach ihrer Ernennung am 14. März betonte sie u.a.: „Auch der Kultur als entscheidenden Faktor für die Integration in unsere Gesellschaft werden wir uns in der nächsten Legislaturperiode mit konkreten Angeboten verstärkt widmen. Gleichzeitig treten wir systematisch für den Erhalt und die Erforschung des kulturellen Erbes ein und werden die Aufarbeitung der Kunst im kolonialen Kontext schwerpunktmäßig fördern. Ein weiteres großes Projekt in der neuen Regierungsperiode wird die Digitalisierung im Kunst- und Kulturbereich sein, die wir mit gestaltenden Rahmenbedingungen flankieren und durch geeignete Maßnahmen unterstützen müssen.“


Nach Pressemitteilungen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.

[2018/02/28]

Hessen beteiligt sich an der Digitalisierungsinitiative

250.000 Euro eingestellt – Förderrichtlinie im Abstimmungsprozess

22. Februar 2018. – Im Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst stehen 250.000 Euro für den Erhalt des Filmerbes bereit. Wie die Pressestelle des Ministeriums mitteilt, handelt es sich dabei um den Beitrag Hessens zur Digitalisierungsinitiative von Bund, Ländern und Filmwirtschaft, der nach dem für die Länder maßgeblichen Verteilungsschlüssel („Königssteiner Schlüssel“) berechnet wird.

Wie die Mittel der Beteiligten im Detail eingesetzt werden, legt eine Förderrichtlinie fest, die sich derzeit im Abstimmungsprozess befindet.


[2018/02/24]

Magere Verwaltungsprosa

Initiative „Filmerbe in Gefahr“ kritisiert Aussage zum Filmerbe im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD

24. Februar 2017. – Mit einem einzigen dünnen Satz speisen CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 die Sicherung des Filmerbes ab: „Das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes setzen wir gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft zügig um.“ Das ist weder ein neuer Aufbruch noch eine neue Dynamik, wie es die Überschriften des Vertrags verheißen, sondern nur ein ideen- und kraftloses „weiter so“. Schlimmer noch: Der neue Koalitionsvertrag markiert einen deutlichen Rückschritt im Vergleich zum Koalitionsvertrag von 2013!


Kein Bekenntnis mehr dazu, dass das Filmerbe auch im digitalen Zeitalter sichtbar bleiben muss.Kein Bekenntnis mehr zur Stärkung der Stiftung Deutsche Kinemathek.Kein Bekenntnis mehr zur personellen und finanziellen Stärkung des Bundesarchivs.

Die vollständige und rasche Umsetzung der von der vorherigen Bundesregierung auf den Weg gebrachten Digitalisierungsinitiative war das Mindeste, was man von einer neuen Regierung erwarten konnte. Die Bundesbeauftrage für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat ihren Anteil am Gesamtvolumen von jährlich 10 Millionen Euro bereits ebenso eingebracht wie die Filmwirtschaft; nach und nach steuern auch die Länder ihren Anteil bei. Mit diesen Geldern werden die chronisch unterfinanzierten Filmerbeeinrichtungen erstmals größere Mittel zur Digitalisierung ausgewählter … [lire…]

[2018/02/20]

Österreich investiert in die analoge Filmsicherung

Auf dem Weg zum Film Preservation Center Austria – Standortvorteile erhofft

20. Februar 2018. – Der neue Präsident des Filmarchivs Austria, der ehemalige Justizminister Wolfgang Brandstetter, will vorrangig das bereits seit 2015 diskutierte „Film Preservation Center Austria“ in Laxenburg auf den Weg bringen. Dort sollen für rund drei Millionen Euro Depotflächen sowie ein Kopierwerk für analoge Filme entstehen. „Es ist überfällig, dass wir das auf den Weg bringen“, so auch Archiv-Direktor Ernst Kieninger. Die Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem Österreichischen Rundfunk (ORF) sei gedeihlich, so Kieninger weiter.

Das Film Preservation Center soll die analoge Bearbeitungskette von Filmen unter einem Dach gewährleisten und somit Österreich einen wichtigen Standortvorteil gegenüber anderen Ländern wie Deutschland, wo ausschließlich auf eine digitale Sicherung umgestellt wird, verschaffen.


Zur Pressemitteilung

[2018/02/16]

Der Koalitionsvertrag von 2018 zum Filmerbe

Umfassende Digitalisierungsstrategie angekündigt – Stiftung Deutsche Kinemathek und Bundesarchiv nicht mehr erwähnt

16. Februar 2018. – Zum Thema „Sicherung des Filmerbes“ führt der am 7. Februar 2018 zwischen CDU, CSU und SPD geschlossene Koalitionsvertrag auf S. 168 aus:

„Es wird eine umfassende Digitalisierungsstrategie des Bundes entwickelt, die auch eine mit substanziellen finanziellen Mitteln unterlegte Strategie für die Zukunft von Kultureinrichtungen und ihre digitale Transformation umfasst, unterstützt und fördert. Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein national bedeutsames Projekt, das in enger Vernetzung mit entsprechenden Angeboten der Länder und der EUROPEANA das kulturelle Erbe in Deutschland erschließt. Das Förderkonzept zur Digitalisierung des nationalen Filmerbes setzen wir gemeinsam mit den Ländern und der Filmwirtschaft zügig um.“

Im Koalitionsvertrag von 2013 hatte es noch geheißen:

“Unser nationales Filmerbe muss dauerhaft gesichert und auch im digitalen Zeitalter sichtbar bleiben. Es bedarf hierfür neben einer Digitalisierungsförderung des Bundes auch der Beteiligung der Länder und der Filmwirtschaft. Die Stiftung Deutsche Kinemathek ist als eine der zentralen Einrichtungen zur Bewahrung und Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes zu stärken. Die Koalition wird auch das Bundesarchiv personell und finanziell stärken.“


Zum Koalitionsvertrag

[2018/02/16]

Filmförderungsanstalt: Mehr Mittel für das Filmerbe

Auch Höchstfördersumme pro Film verdoppelt

16. Februar 2018. – Die Filmförderungsanstalt (FFA) wird für die Förderung des filmischen Erbes in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro und damit deutlich mehr Mittel als bislang in ihrem Haushalt bereitstellen. Zudem wird die Höchstfördersumme für einzelne Filme von 15.000 auf 30.000 Euro verdoppelt, in Ausnahmefällen kann mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden. Eine entsprechende Richtlinienänderung beschloss der FFA-Verwaltungsrat in seiner jüngsten Sitzung in Berlin.

FFA-Präsident Bernd Neumann forderte auch die Länder auf, „sich zu ihrer kulturpolitischen Verantwortung zu bekennen und bei der Finanzierung dieser Aufgabe in angemessenem Umfang mitzuwirken.“ Die Kosten für die Digitalisierung sollen im Rahmen einer Gemeinschaftsfinanzierung durch die Filmwirtschaft, Bund und Länder zu jeweils einem Drittel getragen werden. Aber noch sind nicht alle Bundesländer bereit, sich an der Digitalisierungsinitiative finanziell zu beteiligen.


Zur Pressemitteilung der Filmförderungsanstalt (FFA)

[2018/01/20]

Viel Wortgeklingel, wenig Konkretes

Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD – „Agenda für Kultur und Zukunft“

20. Januar 2018. – In ihren Sondierungsgesprächen haben CDU, CSU und SPD wort- und phrasenreich unsere digitale Welt beschworen, den digitalen Raum, das digitale Zeitalter und die digitalen Märkte. Sie fordern einen digitalen Wandel, digitale Innovationen, eine digitale Infrastruktur und gar eine Digitalisierungsstrategie.

Solch beschwörendes Wortgeklingel mag der Textsorte „Sondierungsergebnisse“ geschuldet sein. Doch wenn im Kapitel „Kunst, Kultur und Medien“ eine „Agenda für Kultur und Zukunft“ ausgerufen oder versprochen wird, dass nicht nur die „kulturelle Infrastruktur“, sondern auch „das kulturelle Erbe erhalten, gestärkt und modernisiert“ werden soll – dann verheißen schon die verschrobenen Begriffskombinationen mit ihrer verqueren Logik wenig Gutes für die Digitalisierungsstrategie im Bereich des Filmerbes.

Zwar soll „ein gesamtstaatliches Bündnis für kulturelle Bildung und Vermittlung sowie Medienkompetenz“ den „Zugang zu Kunst, Kultur, Bildung und Medien [...] stärken.“ Doch da es der Kulturstaatsministerin in den letzten Jahren nicht einmal gelungen ist, einen Konsens zwischen Bund und Ländern in der Frage zu erzielen, wie die Digitalisierung des Filmerbes mit den bisher vorgesehenen bescheidenen Mitteln gemeinsam zu finanzieren sei, sind erhebliche Zweifel am Zustandekommen dieses Bündnisses angebracht.

Vollmundig kündigt das Ergebnispapier … [lire…]
Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD vom 12.1.2018 als pdf

[2018/01/02]

Auch Berlin beteiligt sich an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes

Digitalisierungsgelder auch für das Landesarchiv Berlin

2. Januar 2018. – Wie bereits in den letzten beiden Jahren beteiligt sich das Land Berlin auch 2018/19 an der Bund-Länder-Initiative zur Digitalisierung des Filmerbes. Wie die Senatskanzlei auf Anfrage mitteilte, sind im Haushalt der Senatskanzlei für 2018/19 jeweils 200.000 € für die Digitalisierung des Filmerbes eingestellt. Diese Mittel unter Titel 68324 sind dort aber nicht gesondert ausgewiesen, sondern Teil des Zuschusses an die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH.

Zusätzlich fördert das Land Berlin in den kommenden zwei Jahren auch die Digitalisierung des Filmbestandes beim Landesarchiv Berlin mit jeweils 100.000 €.



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